Binokel

Binokel oder Binocle heißt ein in der Schweiz sehr beliebtes Kartenspiel, das man in Deutschland leider noch viel zu wenig kennt, obwohl es von den Spielen, die man zu zweit spielt, mit eins der unterhaltendsten ist. Binokel wird, wie eben erwähnt, gewöhnlich unter zwei Personen gespielt, mit einer Skat- oder Pikettkarte - 32 Blätter: 4 Farben mit je 8 Blatt -, es kann aber auch unter 3 und 4 Personen gespielt werdeu.

  1. Spielregeln
  2. Online im Internet spielen

Spielregeln

Die vier Farben der Karte sind:

  1. Eicheln, Eckern oder Kreuz
  2. Grün, Schippen oder Pik
  3. Rot oder Herzen
  4. Schellen, Eckstein oder Karo

die Farben haben für Binokel alle gleichen Wert. Die Reihenfolge der Karten ist: Daus (As), Zehn, König, Ober (Dame), Unter (Bube), Neun, Acht, Sieben. Das Daus zählt 11, die Zehn 10, der König 4, der Ober 3 und der Unter 2 Augen oder Punkte; die Neun, Acht und Sieben werden nicht mitgezählt.

Hat man König und Ober von einer Farbe - ebenso wie bei Sechsundsechzig -, so kann man beim Ausspieleu 20 melden oder ansagen, d. h. 20 Augen oder Punkte für sein Spiel in Anrechnung bringen; man nennt König und Ober von einer Farbe eine Hochzeit (Mariage) oder ein Paar.

Ein Paar in der Trumpffarbe zählt das doppelte, also 40; ebenso zählt Binokel 40. Binokel kann man ansagen (melden), wenn man Grün-Ober (G. O.) und Schellen-Unter (S. U.) in einer Hand hat. Ebenso zählen die vier Unter 40; man muß sie auch alle vier in der Hand haben und nicht etwa schon einen ausgespielt haben. Man kann die vier Unter wohl nacheinander bekommen, man muß sie aber beim Melden zu gleicher Zeit iu der Hand haben. Es zählen dann weiter vier Ober 60, vier Könige 80 uud vier Däuser oder Asse 100. Was von den vier Untern gilt, gilt auch von den vier Däusern, vier Königen und vier Obern. Hat man die fünf höchsten Trümpfe, also Daus, Zehn, König, Ober, Unter in einer Hand, so kann man 150 melden; jedoch mit der Einschränkung, daß man vorher schon Trumpfpaar, als 40, gemeldet hat. Hat man Binokel (Grün-Ober und Schellen-Unter) uud Grün-König, oder was dasselbe ist, Grün-Paar und Schellen-Unter, so kann man Groß-Binokel melden und rechnet sich 80 Augen an; vorher muß man jedoch Grün-Paar oder Binokel schon angesagt haben. Trumpf-Sieben zahlt 10 Augen, ebenso zählt der letzte Stich 10 Augen.

Um das Kartengeben wird gelost, und zwar muß der zuerst Karten geben, der das höchste Blatt der Karte nimmt oder erhält; bei den darauffolgenden Spielen gibt immer der Gewinner des letzten Spieles. Nachdem derjenige, der zuerst gibt, die Karten gehörig gemischt und der andere abgehoben hat, erhält jeder acht Karten und zwar in der Reihenfolge drei, zwei, drei. Die folgende Karte, die siebzehnte, wird dann offen auf deu Tisch gelegt und die Farbe dieser Karte ist dann für das Spiel Trumpf. Ist diese Karte eine Sieben, so meldet der Geber "zehn" oder "dix" (sprich dieß) und rechnet für sein Spiel 10 Augen an. Die übrigen Karten werden zusammen verdeckt aus den Tisch gelegt, und es wird davon nach jedem Stich von jedem Spieler eine abgezogen. Man nennt den beim Geben übrig gebliebenen und verdeckt aus dem Tisch liegenden Kartenrest Stamm (Talon).

Die Vorderhand, d. h. derjenige, der zuerst Karten bekommen hat, spielt auch zuerst aus; im Verlaufe des Spieles spielt immer derjenige aus, der den Stich macht oder hereingenommen hat. So oft nun ein Stich gemacht worden ist, nimmt jeder ein Blatt von dem Stamm, (der den Stich gemacht hat zuerst und zwar von oben ab) so daß jeder Spieler stets wieder 8 Karten in der Hand hat. Wer die Trumpf-Sieben hat, darf das offen auf dem Tisch liegende Trumpf-Blatt eintauschen, wenn er soeben einen Stich gemacht hat und meldet 10 (dix). Man nennt diesen Tausch "rauben".

Man darf nur unter folgenden Bedingungen melden:

  1. 1) nachdem man einen Stich gemacht hat,
  2. 2) bevor man die nächste Karte vom Stamm ausgenommen hat,
  3. so lange überhaupt noch ein Stamm aus dem Tische liegt.

Man braucht nie eine Karte von dem, was man meldet, auch auszuspielen; man meldet z. B. Binokel (Grün-Ober und Schellen-Unter) und spielt, nachdem man ein Blatt vom Stamm abgenommen hat, Eicheln-Neun oder Grün-Zehn aus. Bei jedem Ausspiel (stets aber, bevor man eine Karte vom Stamm abnimmt) darf man nur eine Meldung machen. Hat man nun mehrere Meldungen zu gleicher Zeit in der Hand, so hat man wohl zu überlegen, was man zuerst melden will; nicht immer ist es vorteilhaft, die höchsten Augen oder Punkte zuerst zu melden.

Solange noch Karten aufgenommen werden, also so lange der Stamm vorbanden ist, ist keiner gezwungen, Farbe zu bekennen (zu bedienen). Hat jeder nur noch 8 Karten und liegt kein Stamm mehr, dann muß bedient werden, so lange es möglich ist. Hat man die Farbe nicht, so muß man mit Trumpf übernehmen (stechen); wird ein Trumpfblatt gespielt, so muß stets übergestochen werden, wenn kein Stamm mehr vorhanden ist. Der letzte Stich zählt 10 Augen besonders. Wer die meisten Augen erhält, gewinnt das Spiel. Man spielt gewöhnlich mehrere Spiele, bis einer von beiden 1000 Augen erreicht; wer zuerst 1000 erreicht, kann mitten in einem Spiel aufhören, und es ist dabei gleichgültig, ob er die 1000 bekommt durch Ansagen (Melden) oder durch Hereinnahme eines Stiches. Man spielt aber auch eine Partie zu 3, 5, 7 usw. Spielen und dann ist derjenige Sieger, der die meisten Spiele gewonnen hat.

Online im Internet spielen

Kartenspiele online im Internet spielen kann man bei Skill7 und StarGames. Sehr beliebt ist dort z.B. das dem Binokel sehr ähnliche Kartenspiel Schnapsen (Sechsundsechzig).